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La forza invisibile

Articolo sulla Südtiroler Wirtschaftszeitung, marzo 2024
14 March 2024 by
La forza invisibile
vival.institute Srl, Ruth Gschleier

UNTERNEHMENSKULTUR – Der Erfolg eines Unternehmens hängt nicht allein von den Bilanzzahlen ab, sondern ebenso von einem oft vernachlässigten Faktor: der psychologischen Sicherheit am Arbeitsplatz. Sie bildet das Fundament, auf dem Innovation, Engagement und schlussendlich der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens gedeihen.

Bozen – Psychologische Sicherheit ermöglicht es Mitarbeitenden, ohne Furcht vor negativen Konsequenzen offen zu kommunizieren, Fehler einzugestehen und neue Ideen vorzuschlagen. Diese Form der Sicherheit agiert als unsichtbare Triebkraft für Kreativität und Produktivität. In einer Arbeitswelt, die von Schnelllebigkeit und Komplexität dominiert wird, sind es oftmals die „weichen“ Faktoren, die maßgeblich zu „harten“ Ergebnissen beitragen.
Innerhalb der spezifischen Unternehmenskultur, die durch Kommunikation und Handlungen geformt wird, bewerten Mitarbeitende – sei es bewusst oder unbewusst – fortlaufend die „sozialen Risiken“ ihrer Aussagen und Handlungen. Diese „soziale Risikobewertung“ beeinflusst maßgeblich ihre Bereitschaft, sich zu äußern, Neues zu versuchen und Experimente zu wagen. Sie spielt somit eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Innovation und Transparenz.

Der Schlüssel zu einer resilienten Unternehmenskultur

Eine solche Kultur der psychologischen Sicherheit ist unverzichtbar für die Resilienz eines Unternehmens. Resilienz manifestiert sich durch die Fähigkeit eines Unternehmens, sich an Veränderungen anzupassen, Herausforderungen zu meistern und aus Rückschlägen gestärkt hervorzugehen. Diese Widerstandsfähigkeit ist nicht nur in wirtschaftlichen oder branchenspezifischen Krisensituationen von Bedeutung, sondern fördert auch das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Belegschaft. Unternehmen, die eine hohe psychologische Sicherheit pflegen, zeichnen sich durch eine produktivere Arbeitsweise, geringere Fluktuation und eine erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit aus. Eine solche Kultur unterstützt Mitarbeitende darin, sich gegenseitig zu unterstützen und Herausforderungen gemeinsam als Team anzugehen.
Um eine resiliente Unternehmenskultur aktiv zu gestalten, bedarf es gezielter Maßnahmen, die psychologische Sicherheit fördern und somit eine solide Basis für das Wachstum und den langfristigen Erfolg des Unternehmens schaffen.

Führungskräfte als Vorbilder

Der Einfluss von Führungskräften auf die Unternehmenskultur ist immens. Sie sollten durch ihr Handeln ein Klima schaffen, in dem Offenheit gelebt wird. Dies beinhaltet das Eingehen kalkulierter Risiken, das offene Eingestehen eigener Fehler und das Geben konstruktiven Feedbacks, das zunächst die Stärken der Mitarbeitenden hervorhebt. Kritik erfolgt, wenn nötig, auf konstruktive Weise: privat, respektvoll und sachlich.

Schaffung von Dialogräumen

Aktive Kommunikation ist das Herzstück einer jeden starken Unternehmenskultur. Durch regelmäßige Meetings und Feedback-Sessions, die jede:n dazu ermutigen, sich frei zu äußern, entsteht eine Kultur der Offenheit. Diese Praxis sollte das Hierarchiegefälle minimieren, indem zuerst die Perspektiven der Mitarbeitenden eingeholt werden, bevor Führungskräfte ihre Ansichten teilen. Jedes Gespräch sollte als Chance genutzt werden, die Kultur der offenen Kommunikation zu stärken.

Etablierung einer positiven Fehlerkultur

Ein Umfeld, in dem Fehler als Gelegenheit zum Lernen gesehen werden, ist essenziell. Dies verlangt einen Verzicht auf Schuldzuweisungen und stattdessen eine konstruktive Analyse von Fehlern, um daraus zu lernen. Strukturierte Feedbacksysteme sorgen dafür, dass Fehler schnell identifiziert und als Basis für Verbesserungen genutzt werden können, ohne dabei die Qualitätsstandards zu kompromittieren.

Entwicklung einer inklusiven Führungskultur

Ein wesentlicher Baustein zur Förderung der psychologischen Sicherheit ist die Schaffung einer Führungskultur, die aktiv Diversität und Inklusion fördert. Führungskräfte sollten darin geschult werden, Vielfalt in allen Formen – von Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit bis hin zu verschiedenen Denkweisen und Erfahrungen – zu erkennen, zu schätzen und zu nutzen. Inklusive Führung bedeutet, ein Umfeld zu gestalten, in dem alle Mitarbeitenden sich gehört und wertgeschätzt fühlen, unabhängig von ihrer individuellen Identität.
Durch solche Praktiken wird nicht nur die Vielfalt innerhalb des Teams gefördert, sondern auch ein Rahmen geschaffen, in dem jede Stimme Gehör findet und jede Perspektive als wertvoller Beitrag anerkannt wird. Dies fördert ein tieferes Verständnis und Respekt unter den Mitarbeitenden, was wiederum die Grundlage für eine starke psychologische Sicherheit bildet. Indem Führungskräfte Vielfalt aktiv einbeziehen und für eine gleichberechtigte Teilhabe aller sorgen, entsteht ein Klima, in dem Innovation und Kreativität gedeihen können. Eine inklusive Führungskultur ermutigt jede:n dazu, authentisch zu sein und sich vollständig einzubringen, was die Leistungsfähigkeit des gesamten Unternehmens steigert.

Transparente Entscheidungsprozesse

Die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen stärkt das Vertrauen in die Führung und fördert eine Kultur, in der sich Mitarbeitende sicher fühlen, ihre Meinungen zu äußern. Es ist wichtig, dass Entscheidungen auf fairen Kriterien basieren und transparent kommuniziert werden, um Unsicherheiten und Ängste abzubauen. Dies fördert nicht nur die Akzeptanz von Entscheidungen, sondern ermöglicht es Mitarbeitenden auch, die Werte und Ziele der Organisation besser zu verstehen und ihre Beiträge entsprechend auszurichten.

Fazit: ein umfassender Ansatz zur Entfaltung des Unternehmenspotenzials

Die Förderung der psychologischen Sicherheit und die Entwicklung einer inklusiven Führungskultur sind entscheidend für das Engagement der Mitarbeitenden, die Innovationsfähigkeit und den langfristigen Erfolg eines Unternehmens. Durch das Vorleben von Offenheit und Fehlertoleranz, das Schaffen von Räumen für offenen Dialog, die Etablierung einer positiven Fehlerkultur und die aktive Förderung von Vielfalt und Inklusion können Unternehmen ein Umfeld schaffen, in dem sich alle Mitarbeitenden sicher fühlen, ihre Ideen einzubringen und Risiken einzugehen. „Zwischen den Zahlen lesen“ umfasst daher die Erkenntnis, dass die nicht messbaren, aber essenziellen Aspekte der Unternehmenskultur – psychologische Sicherheit und Inklusion – gepflegt und gefördert werden müssen, um ein zukunftsorientiertes und resilientes Unternehmen zu gestalten.
Indem Unternehmen psychologische Sicherheit als einen Kernaspekt ihrer Kultur verstehen, Vielfalt wertschätzen und eine inklusive Führungskultur etablieren, öffnen sie die Tür zu nachhaltigem Wachstum und Erfolg. Es geht darum, die Potenziale aller Mitarbeitenden voll auszuschöpfen und eine Umgebung zu schaffen, in der Innovation natürlich entsteht und floriert. Unternehmen, die diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, setzen sich nicht nur von der Konkurrenz ab, sondern schaffen auch einen Ort, an dem Menschen gerne arbeiten und ihr Bestes geben. „Zwischen den Zahlen lesen“ bedeutet daher, die Schlüsseltreiber des Unternehmenserfolgs zu erkennen, zu nutzen und eine Arbeitswelt zu prägen, die von Respekt, Innovation und gemeinsamem Erfolg gekennzeichnet ist.


Ruth Gschleier

DIE AUTORIN ist systemische Supervisorin, Coachin, Mediatorin, Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement und Eigentümerin von vival.institute Unternehmensberatung.


La forza invisibile
vival.institute Srl, Ruth Gschleier 14 March 2024
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